Von den Möglichkeiten des Erasmus+-Programms bis hin zu den #BeActive-Preisen: Europäische Fördermittel für den Sport und unsere Empfehlungen für Sportverbände
Sport und die Europäische Union
Die Europäische Union erkennt die entscheidende Rolle des Sports bei der Förderung der Gesundheit, der Bürgerbeteiligung und der europäischen Werte sowie bei der Bildung und der sozialen Inklusion an. Dieser Ansatz steht im Mittelpunkt wichtiger Dokumente wie des Weißbuchs zum Sport aus dem Jahr 2007, in dem die strategischen Ziele für diesen Bereich festgelegt sind, sowie des fünften EU-Arbeitsprogramms für den Sport (2024–2027), der die Prioritäten und Maßnahmen für den betreffenden Zeitraum festlegt und damit die nationalen Politiken ergänzt und unterstützt.
Genau dem Thema Sport sind „Rivincite“ und „Crescere in Europa“ gewidmet – zwei „Dokuserien“, die Geschichten von Menschen, Initiativen und Vereinen erzählen, denen es gelungen ist, durch Sport und europäische Fördermittel sozialen Zusammenhalt und Inklusion zu fördern. Aus der Zusammenarbeit zwischen diesen Projekten und unserem Leitfaden ist eine Reihe von „Kurzvideos“ zum Thema europäische Projektplanung entstanden.
Auf der Website der Europäischen Kommission zum Thema Sport können Sie sich über Fördermöglichkeiten, die europäische Politik für diesen Sektor und die verschiedenen von der EU in diesem Bereich geförderten Initiativen informieren. Lassen Sie uns diese gemeinsam entdecken.
Das Erasmus+-Programm
Sport: Das Programm Erasmus+ bildet die zentrale Säule der EU-Förderung im Sportbereich. Das Programm fördert die Mobilität von Akteuren und die Zusammenarbeit zwischen Sportorganisationen.
Im Rahmen der Schlüsselaktion 1 ermöglicht die Teilmaßnahme„Mobilität von Personal im Sportbereich“die Finanzierung von Mobilitätsmaßnahmen für Mitarbeiter von Sportorganisationen, um deren Kompetenzen zu stärken. Die Teilmaßnahme richtet sich in erster Linie an Organisationen, die im Bereich des Breitensports und des Amateursports tätig sind.
Im Rahmen der Leitaktion 2 finden wir:
- Kooperationspartnerschaften, die es ermöglichen, die Qualität und Relevanz der Aktivitäten von Sportorganisationen zu verbessern, die länderübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und bewährte Verfahren auszutauschen;
- Die Partnerschaften in kleinerem Maßstab richten sich an kleinere Organisationen, lokale Sportvereine oder neue Einrichtungen, die zum ersten Mal an dem Programm teilnehmen. Sie weisen vereinfachte Zugangsvoraussetzungen auf und zielen darauf ab, die soziale Inklusion und den Zugang zum Sport zu fördern;
- Der Bereich „Kapazitätsaufbau“ (Capacity Building) im Sport, der Projekte zur internationalen Zusammenarbeit mit Drittländern (die nicht am Programm beteiligt sind) finanziert, mit dem Ziel, die Kompetenzen und die Verwaltungskapazitäten der Sportorganisationen in diesen Regionen zu verbessern;
- Gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen, die die Organisation von Sportveranstaltungen (auf lokaler oder großangelegter Ebene) finanzieren, welche die Teilhabe, das ehrenamtliche Engagement und die soziale Inklusion fördern.
Eine Besonderheit der Erasmus+-Ausschreibungen im Bereich Sport besteht darin, dass sie zentralisiert sind: Die Bewerbung ist nicht an die zuständige nationale Agentur, sondern direkt an die Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) einzureichen. Dies bedeutet, dass andere Formulare verwendet werden müssen und die europäische Plattform für die Einreichung der Anträge genutzt werden muss.
Die Möglichkeiten variieren von Jahr zu Jahr. Wir empfehlen Ihnen, im Leitfaden zum Erasmus+-Programm nachzuschlagen, um sich über die festgelegten Schwerpunkte und die für das laufende Jahr verfügbaren Möglichkeiten zu informieren.
Die Europäische Sportwoche und die #BeActive-Auszeichnungen
Neben den Ausschreibungen fördert die EU auch Sensibilisierungsinitiativen. Die wichtigste davon ist die Europäische Sportwoche (European Week of Sport – EWOS), eine von der Europäischen Kommission im Jahr 2015 ins Leben gerufene Initiative, die jedes Jahr in der letzten Septemberwoche in allen Mitgliedstaaten stattfindet, um die Bürger zu mehr Bewegung zu motivieren. Auf der Website können Sie die für jede Ausgabe geplanten Veranstaltungen auf einer Karte einsehen, die wiederum zu den Veranstaltungsseiten der einzelnen Länder weiterleitet.
Hier finden Sie einen umfassenden Kalender mit Veranstaltungen von europäischer Bedeutung in den verschiedenen Bereichen.
Unter dem Motto #BeActive vergibt die Europäische Kommission seit 2022 auch die #BeActive Awards und die #BeInclusive Awards, die darauf abzielen, Projekte und Organisationen ins Rampenlicht zu rücken, die sich bei der Förderung des Sports als Instrument der Inklusion und der sozialen Teilhabe besonders hervorgetan haben.
Die Preise werden in fünf Kategorien vergeben: körperliche Aktivität, Inklusion, ehrenamtliches Engagement, generationenübergreifende Aktivitäten und Frieden. Von den 15 Finalisten werden die 5 Gewinner (jeweils einer pro Kategorie) im Rahmen der Preisverleihung in Brüssel bekannt gegeben, die per Live-Stream übertragen wird.
Wir haben kürzlich über die Veröffentlichung der neuen #BeActive-Ausschreibungen berichtet, deren Einreichungsfrist im September endet.
Die Strukturfonds
Projekte und Aktivitäten im Sportbereich werden auch auf nationaler und regionaler Ebene aus den Strukturfonds finanziert:
- Der Europäische Sozialfonds (ESF+) kann Aktivitäten und Projekte im Sportbereich finanzieren, die als Impulsgeber für die Entwicklung des Humankapitals, der sozialen Inklusion und der Beschäftigung dienen. Je nach den verfügbaren Ausschreibungen finanziert der ESF+ beispielsweise Projekte zur Bekämpfung von Jugendproblemen oder Schulabbruch durch Sport sowie Projekte zur Förderung des aktiven Alterns und der beruflichen Bildung im Sportbereich;
- Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der sich in erster Linie an öffentliche Einrichtungen richtet, kann „Strukturprojekte“ finanzieren, die den Bau, die Sanierung und die energetische Sanierung von Sportanlagen zum Ziel haben, um die territoriale Entwicklung und die Inklusion zu fördern.
Die Ausschreibungen können über das Ausschreibungsportal des Leitfadens, die Websites der Regionen und die Website des Sportministeriums verfolgt werden.
Praktische Tipps für Sportvereine
Wenn Sie ein Sportverein oder eine im Sportbereich tätige Einrichtung sind, finden Sie hier einige Tipps, wie Sie europäische Ausschreibungen erkennen und sich darauf vorbereiten können:
- Behalten Sie Fördermöglichkeiten im Blick: Besuchen Sie unser Ausschreibungsportal „Funding & Tenders“, auf dem alle laufenden Ausschreibungen für Direktfördermittel (wie das Erasmus+-Programm) veröffentlicht werden, die entsprechende Seite der Europäischen Kommission sowie weitere offizielle Informationskanäle zu Sportfördermitteln, wie beispielsweise die Website von „Sport e Salute“, einer staatlichen Gesellschaft, die sich mit der Förderung des Sports in Italien befasst, oder die Website des Ministeriums für Sport;
- Nehmen Sie an Informationsveranstaltungen teil: Die bekannteste Veranstaltung ist der Erasmus+ Sport Info Day, der jedes Jahr in Brüssel von der Europäischen Kommission und der EACEA im Hybridformat organisiert wird (hier finden Sie die Aufzeichnung der letzten Veranstaltung vom Dezember 2025), eine Gelegenheit, Ratschläge und praktische Informationen für die Einreichung eines Projekts zu erhalten und gleichzeitig andere Organisationen kennenzulernen. Darüber hinaus finden auf nationaler Ebene Informationsveranstaltungen statt. Dazu gehören beispielsweise Veranstaltungen der Italienischen Jugendagentur, die für die Verwaltung der Aktion „Mobilität des Personals im Sportbereich“ zuständig ist; diese werden im News-Bereich der Agentur angekündigt. Darüber hinaus haben wir einen Artikel einem umfassenden Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen von europäischer Bedeutung in den verschiedenen Bereichen gewidmet – wichtige Gelegenheiten zur Vertiefung und zum Networking;
- Kümmern Sie sich um das Networking: Europäische Projekte erfordern die Bildung eines Konsortiums mit Organisationen aus verschiedenen Ländern (Mitgliedstaaten und in einigen Fällen Drittstaaten). Das Konsortium ist keine reine Formalität, sondern die Grundlage, von der die gesamte Glaubwürdigkeit des Projekts abhängt. Beginnen Sie damit, mögliche Organisationen zu identifizieren, mit denen Sie Beziehungen aufbauen und eine Partnerschaft eingehen können. Mit unserem Tool „ProjectsFinder“ können Sie Organisationen in ganz Europa ausfindig machen, die sich mit europäischen Projekten im Sportbereich befassen. Darüber hinaus haben wir ein Artikel über Dachverbände, die in den Bereichen Interessenvertretung, Europapolitik und Netzwerkbildung in verschiedenen Bereichen, darunter auch im Sport, tätig sind, wie beispielsweise ENGSO (European Non-Governmental Sports Organisation), ENOS (Freiluftsport), ENOSS (Sport und soziale Entwicklung), ENAS (Sport und Hochschule), EPSI (Sport und Innovation), ENSE (Sportpädagogik) oder Edupact (Sport und Interkulturalität). Sie sind nicht nur potenzielle Projektpartner; ein Besuch ihrer Websites ermöglicht es Ihnen zudem, viele weitere in ihrem Netzwerk tätige Organisationen kennenzulernen und sich einen besseren Überblick über den aktuellen Stand der Politik sowie die Bedürfnisse der Sportwelt auf europäischer Ebene zu verschaffen;
- Verschaffen Sie sich einen Überblick über bereits geförderte Projekte und bewährte Verfahren: Um sich ein konkreteres Bild davon zu machen, was europäische Projekte im Sportbereich ausmachen, können Sie die entsprechende Datenbank von Erasmus+ konsultieren oder sich die Projekte ansehen, die von der Europäischen Kommission als bewährte Verfahren angesehen werden. Über das Tool „ProjectsFinder“ können Sie sich zudem einen Überblick über die in ganz Europa durchgeführten Projekte im Sportbereich verschaffen. Wir empfehlen Ihnen, in den Filtern das Programm Erasmus+ auszuwählen und „Sport“ als Stichwort einzugeben, um die Projekte leichter zu finden.
Diese Empfehlungen beziehen sich speziell auf den Sportbereich, lassen sich jedoch in ihren Grundzügen auch auf andere Bereiche anwenden. Für eine systematischere und bereichsübergreifende Darstellung der Entwicklung europäischer Projekte verweisen wir auf das Handbuch des Leitfadens. Nun bleibt uns nur noch, Ihnen ein … gutes Training mit den europäischen Projekten zu wünschen.